browser icon
You are using an insecure version of your web browser. Please update your browser!
Using an outdated browser makes your computer unsafe. For a safer, faster, more enjoyable user experience, please update your browser today or try a newer browser.

Sylt, in 2 1/2 Stunden zu Fuß

Posted by on 20. März 2017

Am 19.03.2017 zog es Christoph nach Sylt zum “ Sylt-Lauf Hörnum 2017″. Hier startete er mit befreundeten Läufer des Schwebebahnvereins. Ziel des Laufs ist es, die Insel Sylt einmal zu überlaufen. Rund 1.400 Starter gehen bei dem Specktakel an den Start.

Die Streckenlänge ist auf 33km angesetzt. Christoph wollte es wissen. Volle Power von Anfang an. Entweder kommt der Mann mit dem Hammer, oder Schaft er es ihm davon zu laufen. Das Ziel war klar, Blick nach vorne und nie zurück blicken. Doch es gab weitere Ungewissheiten! Wie kalt wird es beim Laufen? Die Temperaturen lagen mit gut 3 Grad knapp über dem Gefrierpunkt, aber bei Nieselregen  und Windstärke 10 fühlte es sich an als würde man jede Minute erfrieren.

Von Anfang an Tempo machen und nicht so viel denken. So wurde jeder Kilometer in etwas über 4 Minuten abgespult. Nach 2 Stunden und 33 Minuten war es dann so weit. Keine Kraft mehr in den Beinen aber glücklich im Ziel. Belohnt wurde Christoph mit Platz 4 in seiner Klasse.

Eine tolle Leistung. Herzlichen Glückwunsch.   

Ausführlicher Bericht von Christop Kronenberg

3 Grad, Windstärke 10 und Regen

Tagesmotto: Wer durch die Hölle läuft, der darf nicht stehen bleiben!

Nachdem vor nicht ganz einem halben Jahr die Entscheidung viel, in Zukunft wieder ein wenig Sport zu treiben und der Schwebebahnlauf fragte, ob ich mir dann nicht vorstellen könnte mit Mutter (2. Vorsitzende Schwebebahnlauf) den Syltlauf zu laufen, da willigte ich schnell ein. Zu dem Zeitpunkt war mir wohl nicht ansatzweise klar, auf was ich mich da einließ. In meinen Gedanken war ein gemütlicher Lauf mit Mama, angenehmen Frühlingswetter mit Sonne, Strand und leichter Meeresbrise. Ende November fing ich an mich wieder an ein wenig Sport zu gewöhnen und nach und nach wurde ich immer zuversichtlicher. Anscheind stand alles unter guten Vorzeichen und lief nach Plan, so dass ich mir vorstellen konnte nicht nur gut uns Ziel zu kommen, sondern auch eine Zeit zwischen 2:15 Std bei besseren Bedingungen und 2:30 Std bei schlechteren Bedingungen laufen zu können. Doch Vorbereitung im Winter……vor 3 Wochen erwischte mich der Winter….Blasenentzündung gefolgt von Grippe zwang mich die letzten 3 Wochen zum nichts tun. Eine Woche vor dem Lauf fällt Mama aufs Knie. Es folgt Krankenhaus, OP und ob wir fahren können ist unklar, der Lauf so gut wie abgehakt. Donnerstag morgen das OK vom Arzt. Wir dürfen fahren! In meinem Kopf „oh man! Du musst Laufen!“ Weder Vorbereitung und Wetterbericht sprechen für das was ich mir ursprünglich mal habe durch den Kopf gehen lassen (ja da war was… Sonne, angenehmes Wetter….). Naja….man hat ja in vielen Jahren Radsport gelernt „Ausreden und Aufgeben zählt nicht“. Freitags ne „kleine“ gemütliche Runde. Die erste seit einigen Wochen. Es lief ganz gut….Samstag 4km Beine auf Vorspannung bringen und noch gemütlicher Laufen. Sonntag….Wettkampftag! 6 Uhr Wecker und der Blick raus….“Yes! Nur starke Windböhen, kein Regen und ein traumhafter Sonnenaufgang. 6:30 Uhr Frühstück. 7:15 Uhr Anziehen, Sachen raus legen. Blick nach draußen und…..“sch***! Der Regen kommt waagerecht am Fenster vorbei!“ 8:00 Uhr im Schutttlebus zum Start. Mit dabei Mama auf Gehhilfen. 8:30 Uhr am Start in Hornum. Warten bis 1400 Läufer mit dem Bus da sind. 9:40 Uhr raus….ein paar Meter bewegen. Oh man…was für Windböhen! Windrichtung Ost > rechts von der Seite. Mal ein Stück von hinten, mal ein Stück von vorne. Zuversicht ist anders, denn die letzten Kilometer wird er voll im Gesicht landen. Naja….Der Hammer wird kommen. Es war nur die Frage wann. Nur nicht zu schnell angehen…obwohl, was wenn es doch ganz gut läuft?! Ich wollte die 2:45 Std anpeilen. Das schien relativ realistisch (5 min pro km). Das sollte für die ersten 100 reichen. Ein wenig Anspruch hat man ja doch an sich selbst. Punkt 10:00 Uhr Startschuss…aus der ersten Reihe direkt schauen wie es läuft…..nach dem ersten Kilometer „Man läuft das Gut! 4:11 min!? Oh man…viel zu schnell!“ Also etwas Tempo raus. Danach kontinuierlich 4:25 min. Nach 6 Kilometern fängt der kalte Wind an die rechte Seite zu verhärten….“das wird heute ganz Böse enden! Das wird Hölle!“. Nach 8 Kilometern rollt Mutter im Bus vorbei „jetzt nur nichts anmerken lassen! Die machen sich sonst Sorgen…“. Also fröhlich gewunken! Kilometer 16. Westerland und jetzt quasi die Hälfte. Bis da kontinuierlich mit 4:25 min pro Kilometer. Doch der Wind winkt schon mit dem Hammer. „Schnell entspannt schauen. Irgendwo steht Papa“. Aus der Menge heraus höre ich Mama und Papa. Schnell abgeklatscht und weiter geht’s. Kurz danach abbiegen Richtung Ost. Wind voll im Gesicht und das erste Mal das Gefühl die Beine wollen nicht mehr. Ab hier leicht ansteigend Richtung List durch die Dünen. Wind mal seitlich, mal von vorne. Der Schnitt wird auf ca 4:40 min angepasst. Kilometer 21. Gefühlt mittlerweile kein Laufen mehr. Die Beine sagen stehen bleiben. Der Kopf rechnet und treibt die Beine weiter an. Kilometer 26 und der Kopf fängt langsam auch an „warum noch!?….im Auto ist es so viel gemütlicher!“. Aufgeben kommt nicht in Frage. Jedes Mal wenn die Familie am Rand steht wird abgeklatscht und gelacht. Zuversicht zeigen! Sich selber Mut machen. „Das einzige was mich anhalten wird, oder langsamer macht, sind Krämpfe! Also kämpfen Junge!“ Der Regen kommt waagerecht von vorne….die Muskulatur zieht komplett zu. Da ist der Hammer endgültig! Aber „nur noch 8 Kilometer. Wenn der Schnitt auf 5 Minuten fallen sollte, dann bin ich in 40 Minuten im Ziel. „Waaaaaas!? Man Junge bist Du gut….Zieh dran! Das geht immernoch Richtung 2:30 Std.“ Ca Kilometer 30 und nicht mal mehr in der Lage die Finger zu bewegen. Selbst die Cola, die ich so gerne hätte lässt sich nicht mehr greifen. Der ganze Körper möchte nicht mehr. Windböhen und Regen frontal im Gesicht. Kurz vorm Heulen wird sich ins Ziel gekämpft. Zielgerade….Irgendwie erreicht! Die Uhr bleibt bei 2:33:04 std stehen.

Total erledigt aber über glücklich wie im Koma im warmen. Auftauen….Essen, trinken…..warme trockene Kleidung. Irgendwann stehe ich wieder. Ein Blick auf die Liste. In der Gesamtenwertung Platz 43 von 1400. Platz 4 in der Altersklasse! Über glücklich und Tränen in den Augen und in dem Moment war mir eins klar „Hoffentlich habe ich nächste Jahr hier besseres Wetter!“

Keine Kommentare erlaubt.